Altweiberfrühling
| Altweiberfrühling |
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| 07.09.2008 |
Das ganze Leben hat die 80-jährige Martha in ihrem kleinen Dorf verbracht. Jetzt ist der Ehemann gestorben, Sohn Walter längst erwachsen und das Leben scheint ihr ohne Sinn. Der familieneigene Tante-Emma-Laden lohnt sich nicht mehr und Walter, inzwischen Dorfpfarrer, möchte die Räume am liebsten ganz für seine Bibelgruppe haben. Doch zum Glück ist Martha nicht allein. Ihre sehr unterschiedlichen Freundinnen Frieda, Hanni und vor allem die quirlige Lisi machen sich Sorgen um die von Depressionen gelähmte Freundin und geben der ehemaligen Schneiderin eine Aufgabe, um sie abzulenken: Zum Chorfest soll sie dem Männerchor eine neue Vereinsfahne nähen. Doch beim Stoffeinkauf erinnert sich Martha plötzlich an ihren Jugendtraum:
Damals wollte sie an den Champs-Elysées eine kleine Boutique eröffnen. Nach Paris wird sie es nicht mehr schaffen, aber warum nicht den Traum von der eigenen Dessous-Boutique mit selbst entworfener Wäsche im heimischen Laden verwirklichen? Lisi ist sofort Feuer und Flamme.
Hanni, die daheim Mann und »Kinder«versorgt und Frieda, die sich gerade im Altersheim eingewöhnt, stehen dem Projekt skeptischer gegenüber. Als jedoch Walter hart durchgreift und die »Reizwäsche« seiner Mutter kurzerhand auf den Müll wirft, springen auch sie ihr empört bei: Mit achtzig ist man doch nicht automatisch unmündig! Die »Omas«proben den Aufstand und zeigen gemeinsam dem Rest der Welt: Für große Träume ist es nie zu spät.
Die Herbstzeitlosen war als Film mit über 800.000 Kinobesuchern einer der erfolgreichsten Schweizer Filme aller Zeiten und war der eidgenössische Oscar-Beitrag 2008.
Aufführungsrechte:
Ahn und Simrock Verlag, Hamburg Pressestimmen"Das Publikum wollte nicht weichen. Immer wieder klatschten die Zuschauer die vier Schauspielerinnen herbei, die ihnen zwei Stunden Theaterglück beschert hatten. Von der ersten Szene an sind die Zuschauer gebannt. "Herbstzeitlosen" heißt der erfolgreiche Schweizer Film, aus dem der österreichische Bühnenautor Stefan Vögel ein hinreißend pointiertes Theaterstück gemacht hat... Für die nächsten Wochen hat Frankfurt ein Volkstheater auf allerhöchstem Niveau."
(FAZ)
"Umjubelte Premiere!"
(Frankfurter Rundschau)
"Bühnenpreisreif..."
(Frankfurter neue Presse)
"Sternstunde! Toll!"
(Bild-Zeitung)
"In den Wiener Kammerspielen sorgte die Premiere (...) für Lachstürme. Gampe lässt im praktikablen Bühnenbild von Rolf Langenfass mit Überdruck agieren und sammelt souverän die sicheren Lacher ein: Die gibt es etwa für einen tollen Strip der den Abend dominierenden Erni Mangold, für die Mahnung der jungen Geliebten (Therese Lohner) an den doppelmoralischen Pfarrer (Siegfried Walther) "Du musst es endlich deinem Bischof sagen!" oder für eine "Brandrede" des "VHP"-Leiters (Peter Moucka), der beim "Senioren-Bauern-Brunch" gegen den Einzug der Sünde im Dorf hetzt. Das Publikum (...) honorierte diesen "Altweiberfrühling" mit viel Applaus, und es gab wohl niemanden, der die Schlussbotschaft nicht goutiert hätte: "Man muss sich mit gar nichts abfinden. Seine Träume soll man leben!"
(APA)
"Temporeich treibt Regisseur Michael Gampe das Geschehen im alten, von einer bestens gezimmerten Holztheke dominierten Geschäftslokal voran. Dem Sujet des Stücks alle Ehre machen dabei die schön einfach entworfenen Röcke, Kleider und Kostüme von Rolf Langenfass (auch Bühne). Schrill darf (...) Erni Mangold wirken. Im pinkfarbenen Lacklederrock macht sie dem verschlafenen Nest echt Dampf und legt einen coolen Strip hin: "Hallo, ihr süßen Hornissen!?" Bestes Vergnügen."
(Standard)
"Rührend wie komisch wird gezeigt, wie die aufmüpfigen alten Damen das bigotte Dörfchen aufwirbeln. Die Botschaft ist klar: Im Alter ist alles möglich. Es ist nie zu spät, einen Neuanfang zu wagen und seine Träume zu verwirklichen. Genau getimtes Gute-Laune-Theater über Seniorinnen, die sich emanzipieren und am Ende über die Spießer triumphieren."
(Kurier)
"Altweiberfrühling ist ein Fest für große Schauspielerinnen. Höhepunkt des Abends war ein (eleganter) Striptease der ewig jungen Erni Mangold, der das Premierenpublikum in Höchststimmung versetzte."
(Österreich)
"Ingrid Burkhard als Geschäftsinhaberin und ehemalige Weißnäherin Martha (...) berührt in stillen Momenten. Gertrud Roll überzeugt als traditionsverhaftete, zunächst eingeschüchterte, sich langsam emanzipierende Frau aus bäuerlichem Milieu."
(Wiener Zeitung)
"Stefan Vögels Adaption des Themas um die Verweigerung des Alters vor dem Abgeschoben-Werden ist durchaus liebenswert, leichte Komödienkost mit Druckfunktion auf die Tränen drüse und gespickt mit Bonmots und einiger Situationskomik: perfekt für besondere weibliche Typen. Mit Ingrid Burkhard als trauernde Schneiderin Martha, Erni Mangold als komisch schrille Lisi, Marianne Nentwich als schwerverliebte feine Dame und Gertrud Roll als versklavte Bauersfrau auf dem Weg zur Selbstbefreiung hat das Theater in der Josefstadt eine Truppe gefunden, die mit viel Mut, Witz und Charme dem Ego auf die Sprünge hilft. Regisseur Michael Gampe brauchte da keine absurden Gags, nur eine behutsam ordnende Hand. Nett!"
(Kronen Zeitung)
"Mangold, von Kopf bis Fuß auf pink eingestellt, selbst die Haare sind entsprechend gestreift, legt einen heißen Strip aufs Parkett. (...) Mangold-Fans dürfen sich freuen. Sie ist und bleibt ein Original. Witzig und echt als Bäuerin: Gertrud Roll."
(Die Presse)